RSS FeedSchon so mancher Amateur-Filmer ging den großen Traum an endlich zu den ganz besonderen Menschen zu gehören, die andere Menschen mit Ihren Kino-Blockbustern von den Socken reißen können. Über die glitzernde Welt des Kinos und ihrer Stars herrscht oft ein sehr verdrehtes Vorurteil - besonders bei jungen Film-Begeisterten
Solltest Du ein ähnliches Bild von der Filmwelt haben, muss ich Dich leider gleich zu Beginn diese Kapitels aus Deiner Illusion reißen. Wer einen Film des Ruhmes wegen macht, der hat den Sinn dieser Form der Unterhaltung gründlich missverstanden und benutzt die wunderbaren Möglichkeiten diese Medium lediglich um sein eigenes Ego zu befriedigen. Man verstehe mich richtig: Es ist auf keine Fall schlecht, wenn ein Publikum begeistert ist und Dir als Erschaffer eines Werkes Beachtung entgegen bringt. Aber dieser Umstand steht nicht am Anfang eines Projektes sondern ganz am Schluß - wenn Du gute Arbeit geleistet und Glück hast!
Der Ruhm kann nicht als Motivation für einen guten Film dienen! Damit hällst Du sicher nicht bis zum Schluß durch. Denn wenn Du erstmal 10 Leute Deines kleine Teams dazu motivieren mußt in ströhmendem Regen stundenlang eine Szene zu drehen, dann wird Dir schnell selber die Lust vergehen.
Viel mehr solltest Du Dich beobachten, wenn Du Deinen Lieblingsfilm ansiehst. Was denkst Du dann? Macht Dir die Geschichte Spaß? Wirft Dich der herbe Rückschlag des Protagonist genau so zu Boden wie ihn?
Eine Geschichte - ob nun bildlich oder anders dargestellt - muss erzählt werden. Wenn Du nichts zu erzählen hast, dann kannst du zwar irgendwelche Bilder aneinander fügen und es " Mein Film" nennen. Aber wundere Dich nicht wenn Dein Publikum nur ein pflichtbewußtes "Nicht schlecht..." als Urteil für Deine Leistung übrig hat.
Wie gut ein Film ist, hängt meiner Meinung nach davon ab, wie Relevant der Inhalt für das Publikum ist. Ein dumpfer Action-Hammer mit ein bischen schneller Musik wird ebenso an Deinem Publikum vorbei gehen wie der alternative Experimental-Film mit verzertem Ton und seltsam verwaschenen Bildern.
Frage Dich immer selber: Bist du bereit viel zu Arbeiten und dafür wenig von anderen zu bekommen? Denn so wird es sein. Das wahrscheinlich Einzige, was Du von dieser Arbeit haben wirst, ist die tiefe Befriedigung eine Geschichte erzählt zu haben, die relevant für Dich und andere ist.
Mach Dir nie etwas vor! Was Du tust ist ein Hobby, eine Leidenschaft - kein Beruf und kein Grundstein für eine Karriere.
Wenn Du Karriere beim Film machen möchtest, dann besuche eine Film-Hochschule, schließe als Jahrgangsbester ab und hoffe auf Dein Glück einem Produzenten positiv aufzufallen.
Sei Dir über Deine "Liga" bewußt. Du bist kein Superstar, aber Du hast etwas zu erzählen. Sei selbstkritisch genug um festzustellen, ob Du einem Phantom nachjagst, oder wirkliche Befriedigung dabei empfindest Dein eigenes fertiges Werk auf einem Monitor zu betrachten.