RSS FeedAlles beginnt mit einer Idee. Eine Idee zu einer Geschichte. Langsam entsteht ein ganzer Handlungsstrang in Deinem Kopf und Du merkst, dass Du eine Geschichte erzählen könntest. Und dann beginnt der wirklich schwierige Teil. Du möchtest eine schlüssige, unterhaltsame Geschichte weitergeben, die andere erfreut, bewegt oder einfach nur unterhält.

Es gibt sicher kein Patent-Rezept, wie man eine Geschichte schreibt. Man konnte Goethe oder Mozart die Kunst auch nicht vorschreiben und in Regeln packen, aber wenn Du anfängst eine Geschichte aufzuschreiben, dann solltest Du bereits verschiedene Beschlüsse gefaßt haben.
1. Frage Dich, ob Du aus Ausdauer aufbringen möchtest die Geschichte auch bis zu Ende zu schreiben und Dich dabei auf den langen "Reife-Prozess" Deiner Arbeit einzulassen. Denn eine Geschichte schreibt man nicht einfach aus dem Ärmel und die Sache hat sich. Sie muss reifen, wird überarbeitet, umgeschrieben, manchmal auch komplett von Vorne begonnen. Bist Du bereit Dich Deiner eigenen Arbeit so zu stellen?
2. Ist der Grund für die Erzählung glaubwürdig? Schreibst Du eine Geschichte nur, weil Du mal eine Geschichte schreiben willst? Hast Du die Geschichte erzwungen oder ist Dir die Geschichte "wie aus dem Nichts" zugeflogen? Wenn Du möchtest, dass Menschen Dir zuhören und von Deiner Erzählung berührt werden, dann erzähle etwas, dass sie betrifft. Erzähle nicht von der großen heilen Welt, die uns allen Frieden garantiert. Denn das stimmt nicht und jeder weiß das! Erzähle lieber von Menschen, die trotz Angst, für eine heile Welt kämpfen und so zu Helden für das Publikum werden. Erzähle Geschichten, wie sie das Leben schreiben könnte und bleibe glaubwürdig.
3. Dramaturgie. Und jetzt wird es kompliziert. Eine Geschichte kann man nicht einfach runter rattern. Stelle Dir mal ein klassisches Konzert vor, dass nicht ein einziges Mal die Lautstärke oder die Geschwindigkeit oder die Intesität der Instrumente ändern. Ein Einheitsbrei, der einfach so von Anfang bis Ende nie den Stil ändert... landweilig - nutzlos - grauenhaft! Aber deshalb gibt es ja imposante und leise Stellen in den großen Orchester-Werken der klassischen Musik. Es wird geheimnisvoll - dann wird es aufbrausend - dann wieder bedrohlich...
Schon lange in Hollywood Praxis, gilt die Vorstellung der "Heldenreise" als ein sehr viel versprechendes Modell der Strukturierung einer Geschichte. Betrachtet man die alten griechischen Helden-Sagen, bemerkt man ein sehr interessantes Zusammenspiel aus Erfolg und Niederlage. Der Held bricht auf, weil dem Volk oder seinen Lieben ein großes Unheil droht. Er scheitert an den ersten Hürden - das Ende der Reise droht (vielleicht sogar mehrere mal). Aber der Held rappelt sich wieder auf und besinnt sich auf seine "heilige" Aufgabe. Dann trifft er auf einen größten Gegner - den "End-Gegner" - scheitert an seiner Überlegenheit und alles scheit verloren. Mit letzer Kraft und Motivation stemmt er sich gegen das Unheil und besiegt es mit knapper Not.
4. Was möchte ich Aussagen? Will ich meinem Publikum etwas mitteilen? Du solltest in Normalfall nicht mit erhobenem Zeigefinger vor Deinem Publikum stehen und von Ihnen erwarten, dass Du ihnen mal die Meinung geigen kannst. Stell Dich bei kritischen Themen mit Deinem Publikum auf eine Stufe und erzähle so, dass auch Du Dich angesprochen fühlen würdest.
5. Gibt es genug Gründe, dass ein Publkum Deine Geschichte ansehen, lesen oder erleben will? Es gibt in der heutigen Welt viele Möglichkeiten seine Zeit zu verbringen. Denke nach, ob Deine Geschichte sich im mangifaltigen Angebot an Erzählungen und Geschichten eine Platz verdienen kann. Wo ist Deine Geschichte besonders?
Wenn Du alle diese Aussagen beantwortet hast, dann kannst Du Dich mit der Theorie eines Drehbuches oder Romes beschäftigen. In der Kategorie Drehbuch haben wir dazu einige Artikel veröffentlich.