RSS FeedNicht jeder kann sich Scheinwerfer in ausreichender Qualität und Menge leisten. Selbst das Leihen ist immer noch so teuer, dass es oft nicht in Frage kommt. Doch wer schon mal so ganz ohne Beleuchtung in geschlossenen Räumen gedreht hat, der wird sicher auch der Meinung sein, dass Beleuchtung unabänderlich zum Videodreh gehört. Eigentlich sollte man sich generell auf schlechtere Ergebnisse einstellen, wenn keine Beleuchtung vorhanden ist. Und wen der technische Aspekt nicht überzeugt, der sollte sich zumindest von der künstlerischen Einschränkung abschrecken lassen und unbedingt eine Lösung für das „Licht-Problem“ finden.
Die Suche nach erschwinglichen und nutzbaren Alternativen scheint beschwerlich und wird schnell zur Frustration. Generell ist aber zu sagen: Licht ist Licht! Man braucht nicht unbedingt ARRI-Scheinwerfer um eine kleine Spielszene umzusetzen. Und man braucht keine Scheinwerfer mit Tageslicht-Temeratur um überhaupt arbeiten zu können. Oft lassen sich bereits mit vorhandenen Lichtquellen vernünftige und schöne Ergebnisse erzielen - wenn man weiß wie!
Zunächst wollen wir uns die Frage stellen, warum wir überhaupt Lichtquellen brauchen, wenn wir mit einer Kamera ein Objekt ablichten wollen.
Es gibt zwei grundsätzliche Ziele, die wir mit dem Ausleuchten einer Szene erreichen wollen:
Die korrekte Ausleuchtung von Bildteilen um sowohl Unter- als auch Überbelichtung - natürlich in Zusammenhang mit der Einstellung der Kamera-Blende - bedarf einiges an Ausprobieren und Erfahrung. Außerdem sollte man sich unbedingt mit den Grundlagen des 3-Punkt-Lichts vertraut machen um überhaupt zu verstehen, wie diese Aufgabe lösbar ist.
Schon bald kommt man an den Punkt, an dem man ein Bild in bestimmte Stimmungen tauchen möchte. Ob nun fröhlich oder ängstlich, romantisch oder kriegerisch - jede Stimmung in einer Geschichte hat auch assoziierte Licht-Stimmungen, die dem Zuschauer sofort klar machen in welchem „Licht er die Szene sehen muss“.
Im Folgenden sind einige Low-Bugdet Möglichkeiten der Beleuchtung genauer betrachtet. Teilweise kann man die Techniken kombinieren, oder an gegebene Umstände anpassen.
Eine kostengünstige und mobile Lichtquelle sind Bauscheinwerfer auf Stativ, wie man sie in jedem Baumarkt bekommt. Diese Lampen gibt es normalerweise mit 500 W Stärke. Manchmal bekommt man auch 1000 W Brenner dafür. Hier sollte man dann aber auf entsprechende Kabelstärke achten, welche die Last von 1000 W auch aushält. Nicht jeder Bauscheinwerfer hält 1000 W Leistung aus!
Eine weiße Styroporplatte aus dem Baumarkt kann zu einem wirkungsvollen Reflektor werden. Probiere mal bei einem Außendreh das Gesicht eines Darstellers von unten mit der Reflektion des normalen Tageslicht über die Platte aufzuhellen. Du wirst merken, dass dies tatsächlich geht. Noch interessanter wird es, wenn Du starken Sonnenschein hast. Dann kannst Du nämlich das Sonnenlicht mit dem Reflektor abschwächen und weicher machen. Das hilft Dir unter Umständen, um feinere Akzente zu setzen, als das starke Sonnenlicht zulassen würde. Leider sind die Reflektionen mit einer Styroporplatte aber meist von der Reichweite sehr begrenzt. Du musst also recht nah an das zu beleuchtende Objekt heran.
Der Spiegel ist eine wunderbare Methode um Licht umzuleiten. Außerdem macht er genau das Gegenteil eines Styropor-Reflektors. Das Licht, dass mit einem Spiegel reflektiert wird, wird sehr viel härter. D.h. es wird sehr gerichtet und erzeugt auch klare Linien an den Schattenrändern.
Lampions verbreiten ein weiches, indirektes Licht. Dies kann sehr von Vorteil sein, wenn Du eine Szene nur aufhellen willst. Allerdings ist die Anwendung meistens auf Grund der schwachen Lichtleistung nur für grundsätzlich dunklere Szenen geeignet. Bei Tageslicht macht der Einsatz eines Lampions keinen Sinn.
Der Zuschauer kann das Licht eines Lampions – vorausgesetzt, dieser ist nicht im Bild – nicht zuordnen und nimmt dieses Licht als "Grundhelligkeit" an. Damit ist der Lampion tatsächlich sehr gut für weitwinklige Szenen geeignet. Oft sieht man z.B. Szenen in einem Festraum, die mit Lampions ausgeleuchtet sind. Ist das Licht dazu noch in warmen Farbtönen gehalten entsteht ein wunderbar romantisches Ambiente.