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Drei-Punkt-Licht

Die Meinungen über eine "richtige" oder "gute" Belechtung beim Film sind ungefähr genau so unterschiedlich wie die Meinung in der Politik - und manchmal auch so umkämpft. Trotzdem gibt es verschiedene grundlegende Vorgehensweisen, die man im Prinzip für die meisten Drehsituationen verwenden kann.
Letztlich ist es eine Kombination aus Wissen um verschiedene Techniken der Beleuchtung und möglichst viel Erfahrung. Im professionellen Bereich dauert es mehrere Jahre bis ein sog. Lichtsetzender Kameramann den Umgang mit den Scheinwerfern so beherscht, dass er sowohl technisch als auch künstlerisch gute Arbeit leisten kann.

Für den Amateur kommt noch erschwerend hinzu, dass er meistens nicht die Auswahl auf professionelles Equipment hat, wie es einem Profi eben zusteht. Denn Scheinwerfer, wie sie in Studios oder an Sets verwendet werden sind meisten mehrere hundert oder tausend Euro teuer.

3-Punkt-Beleuchtung als Standard

Schemazeichnung 3 Punkt LichtDie simpelste Art der Objekt-Beleuchtung ist wohl die 3-Punkt-Beleuchtung. Dabei kommen, wie der Name schon sagt, 3 Schweinwerfer zum Einsatz. Diese werden rund um das zu beleuchtende Objekt (Darsteller, Gegenstand) aufgestellt und erfüllen verschiedene Aufgaben.

Der erste Scheinwerfer liefert das Führungslicht (oder auch Keylight). Diese Licht ist auch als "logisches Licht" zu bezeichnen, denn es sollte das Licht sein, dass der Zuschauer als tatsächlich vorhanden Lichtquelle identifizieren kann. Bei Innenaufnahmen kann dies eine Deckenlampe oder ein Fenster sein. Bei Aussenaufnahmen am Tag ist dies in den meisten Fällen die Sonne. Bei Nacht verhält es sich - wegen der Abwesenheit der Sonne - ähnlich wie bei einer Innenaufnahme, das Führungslicht muss hier entweder künstlich sein (Straßenlaterne o.ä.), oder einen blauen Stich haben und somit das Mondlicht imitieren.

Den zweiten Scheinwerfer nennt man Aufhellung. Er steht meistens in einem 45 ° Winkel zum Führungslicht und dient dazu die Schatten auf der dem Führungslicht abgewandeten Seite etwas aufzuhellen, damit diese nicht im dunklen "absaufen". Schnell wird klar, dass die Aufhellung nicht so stark sein darf wie das Führungslicht, sonst verschwindet der Schatten vollständig und macht das zu beleuchtende Motiv zu einer einzigen Fläche ohne Profil. Man geht davon aus, dass zu normalen Lichtsituation die Aufhellung etwa eine Blende dunkler sein sollte als das Führungslicht. Dafür gibt es jedoch nie absolute Werte, denn die Aufhellung hängt natürlich vom Grundlicht (der Helligkeit der ganzen Szene) ab. Meistens ist die Aufhellung ein eher diffuses, weiches Licht, dessen Herkunft für den Zuschauer nicht genau feststellbar ist.

Drei Punkt LichtAbschließend kommt als dritter Scheinwerfer das Kanten-Licht (oder auch Haarlicht) zum Einsatz. Das Kanten-Licht ermöglicht die Absetzung des meist vordergründigen Objekts mittels einer hellen Kante vom Hintergrund. Dies führt z.B. bei Darstellern zu einer helleren Licht-Reflektion auf den Schultern und auf den Haaren. Das Kanten-Licht sollte durch den hellsten Scheinwerfer entstehen, denn es soll eine spitze Reflektion auf der Kante des Objekts hinterlassen. Auf das Haarlicht könnte man rein technisch betrachtet verzichten, aber zur besseren Bildgestaltung ist es quasi unerlässlich.

Natürlich wirken die 3 aufgestellten Scheinwerfer auch auf die Umgebung ein. Es läßt sich nicht verhindern, dass die Umgebung ebenfalls aufgehellt wird. Das ist jedoch auch garnicht schlimm, solange man sich damit einen gewünschten anderen Lichteffekt nicht kaputt macht. Dies wird besonders schwierig, wenn das Objekt - dann meistens ein Darsteller - sich im Bild an verschiedenen Positionen aufhält. Dann wird es nötig mehrere "Licht-Inseln" einzurichten, an denen die Beleuchtung optimal eingerichtet wird. Die Verbindungswege dieser Inseln leuchtet man dann mit mehr oder weniger weichem Grundlicht so aus, dass das Bild nicht zerstört wirkt.

In bestimmten Fällen ist es natürlich möglich, dass ein Scheinwerfer mehrere Aufgaben erfüllt, oder einer garnicht verwendet wird. Bei einer Nachtaufnahme kann es z.B. durchaus förderlich sein den Aufheller weg zu lassen.