RSS FeedLeider ist es nicht ganz so einfach ein Drehbuch an den Mann zu bringen. Bei Produktionsfirmen gehen täglich mehrere Bücher und Vorschläge ein, die um Beachtung kämpfen. Da auch in der Filmbranche die Zeit knapp ist, wird sich kein Produzent dieser Welt die Zeit nehmen ein ganzes Drehbuch durchlesen, bevor er entscheidet, ob er es umsetzen möchte oder nicht. Es ist also ein Einstieg nötig, der dem Produzenten nicht zu viel Zeit ab verlangt, dennoch aber sein Interesse an Deine Idee fesselt.
Dieser Einstieg nennt sich Treatment. Ein Treatment ist eine kurze aber aussagekräftige Zusammenfassung Deiner Geschichte. Normalerweise wird diese Zusammenfassung auch entwickelt bevor das eigentlich Drehbuch begonnen wird. In professionellen Produktionen dient das Treatment als Diskussionsgrundlage für einen möglichen geplanten Film. Zu diesem Zeitpunkt ist zwar die Richtung schon ungefähr vorgegeben, aber es sind noch Änderungen an den Charakteren oder den Locations möglich. Das ist für eine positive Entscheidung sehr wichtig, denn kein Produzent wird eine Geschichte einfach "kaufen" wie sie ist und das Geld in die Hand nehmen um sie umzusetzen. Wer das Geld hat, trifft die letzte Entscheidung.
In einen Treatment sollte ein sog. "Mission-Statement" enthalten sein, welches ganz klar auf den Punkt bringt, was Dein Film aussagen will und warum er eine Daseinberechtigung hat. Außerdem solltest Du bereits die wichtigsten Charaktere skizzieren und den Verlauf der Geschichte mit den wichtigsten Eck- und Wendepunkten aufschreiben. Ergänzen kann man ein Treatment mit Hauptcharakterprofilen und einer aussagekräftige Szene mit Dialog.
Deine Einsendung sollte nicht mehr als 10 Seiten im Ganzen enthalten. Damit hast Du eine Chance, dass ein Produzent Deine Geschichte und Deine Fähigkeiten prüft.
Wenn sich ein Produzent zurück meldet, weil Dein Treatment sein Interesse geweckt hat, folgt oft das Exposé. In diesem werden einzelne Szenen aufgegriffen und detailierter beschrieben. Wichtig ist dabei sowohl die Aussage der Szene als auch eine erste Vorstellung von Kulisse und Handlungsverlauf. Die Charaktere werden deutlicher beschrieben und die Intention der Geschichte (Warum erzählst Du?) wird deutlicher dargestellt. Manchmal ist es auch sinnvoll eine sog. "Outline" beizufügen. Dies ist eine stichpunktartige Beschreibung der einzelnen Szenen in chronologischer Abfolge. Daraus lässt sich der Spannungsbogen erkennen.
Bedenke immer, dass Du den Produzenten überzeugen mußt, dass Deine Geschichte in irgendeiner Hinsicht wertvoll und gleichzeitig auch umsetzbar ist. Der Produzent ist kein Menschenfreund, der einfach nur mal so einen Film macht, weil es ja so viel Spaß macht einen Film zu machen. Für derartige Überlegungen ist in der Branche kein Platz und das ist auch gut so, sonst wären viele Produktionsfirmen schnell pleite. Du mußt sowohl mit dem Treatment als auch mit dem Exposé Überzeugungsarbeit leisten. Du mußt überzeugend Deine Idee verkaufen und Du mußt Dich als Autor verkaufen, der in der Lage ist eine Geschichte zu schreiben, die das Publikum annimmt.
Suche Produktionsfirmen, die Dein Genre auch produzieren. Hier hilft nur Google. Suche nach Produktionsfirmen, die z.B. Filme gemacht haben, die Du schon gesehen hast und ähnlich zu Deiner Geschichte sind. Vielleicht solltest Du auch vorab dort anrufen, und kurz Deine Idee skizzieren. So erfährst Du auch, ob die gedruckte oder die E-Mail Zustellung bevorzugt wird.
Natürlich gehst Du immer ein Risiko ein, wenn Du eine Idee an eine Produktion schickst. Schließlich könnten Sie Deine Idee aufgreifen und ein eigenes Buch damit schreiben. Dieses Risiko läßt sich mit einem kleinen Trick vermindern, aber nicht ausschließen: Du kannst Dein Skript in einen Umschlag packen und Dir selber per Einschreiben mit Rückschein zuschicken. Damit hast einen von einer öffentlichen Anstalt bestätigten Beweis, dass an einem Bestimmten Datum das Skript bereits in Deinen Händen existierte. Natürlich müsstest Du mit so einem Beweis im Fall der Fälle immer noch vor Gericht ziehen.
Auch wenn sich das Risiko nicht ganz ausschließen läßt, eine andere Möglichkeit Dein Buch anzubringen wirst Du nur schwer finden.
Stell Dich auf einen mit unter langen Weg ein, bevor Dein Buch tatsächlich umgesetzt wird. Viele Fragen und Bedenken werden Dir begegnen und Dich herausfordern. Stell Dich diesen Fragen und gib ehrliche Antworten. Versuche nicht etwas zu sein, was Du nicht bist. Aber lass Dich auch nicht von oben herab behandeln, denn schließlich bist auch Du ein kreativer Kopf, der wichtig ist, damit ein Film überhaupt umgesetzt werden kann.