RSS FeedBereits bevor das Team am Drehort ankommt und mit der Arbeit beginnt sollte einer schon zumindest eine Vorstellung dessen haben, was hier gleich produziert werden soll. Und dieser Jemand ist der Regisseur, der zu diesem Zeitpunkt eine möglichst detailierte Vorstellung von der Bildabfolge der Geschichte haben sollte.
Natürlich gibt es verschiedene Philosophien, wie detailiert ein Regisseur und das Team einen Dreh vorbereitet sollten. Der eine plant alles akribisch vor und legt größten Wert darauf die Planung auch einzuhalten, der andere plant garnicht und agiert völlig spontan. Beide Vorgehensweisen bergen Vor- und Nachteile. In der Praxis hat sich eine guten Planung mit der nötigen Bereitschaft für spontane Änderungen bewährt.
Dies könnte z.B. so aussehen, dass der Regisseur bereits in der Vorbereitungsphase einen Plan der Bildabfolge erstellt. Dabei hat er sich über die Perspektive, die Bildgröße, eventuelle Kamerafahrten und eine bestimmte gewünschte Wirkung Gedanken gemacht. Der Regisseur hält diese Auflösung in einzelne Bilder einer Szene schriftlich fest, oft direkt in seinem Exemplar des Drehbuchs. Doch dabei plant er ein, dass spontane Anpassungen ein, die erst vor Ort geschehen können, möglich bleiben müssen. Diese Anpassungen können durch diverse unvorhergesehene Umstände (z.B. Baustelle in der Nachbarschaft, Wetter, etc.) nötig werden.
Um am Set den Überblick zu behalten bietet sich die Erstellung einer sog. "Shotlist" (zu deutsch "Liste von Einstellungen", oder de-nglisch "Shotliste") an. Diese Liste beinhaltet alle Einstellungen, die man am Set drehen möchte. Dabei ist es sinnvoll eine laufende Nummer für die Einstellung zu vergeben, die sich im Drehbuch notiert wiederfindet. Auf diese Weise lässt sich feststellen, was in jeder Einstellung genau passieren soll. Außerdem ist der Vermerk der geplanten Bildgröße (Nahe, Totale, etc.) wichtig. Ergänzend wäre es sinnvoll Notizen zur Einstellung in die Shotlist aufzunehmen, z.B. wenn eine Kamerafahrt geplant ist, oder im Bild sich die Lichtstimmung ändern muss. Die Information der Shotlist lassen sich beliebig erweitern. Bei größeren Produktionen ist es auch z.B. sinnvoll zu notieren, welche Darsteller und Requisiten benötigt werden>
Die "Shotlist" muss auch nicht der chronologischen Reihenfolge des Drehbuchs folgen. Um Zeit und Mühe zu sparen, sollte man sich vorher überlegen, ob sich Einstellungen wiederholen werden. Meistens macht es Sinn alle Bilder, die in Kamera- und Lichtposition gleich sind, direkt hintereinander zu drehen. Das spart die Umbauzeiten am Set.
Die luxeriösere Version einer Auflösung ist das Storyboard. Hier werden alle Bilder, die später auch im Film zu sehen sein sollen, schon vorher als Standbilder gezeichnet. Bewegungen von Schauspielern oder Kamerafahrten werden dabei z.B. mittels Pfeilen angedeutet. Diese Art der Vorbereitung bietet sich oft bei sehr komplexen und planungsintensiven Szenen an, die z.B. Stunts oder Special Effects beinhalten. Hier muss oft das Spiel der Darsteller mit Kamerafahrten oder anderen Bildelementen koordiniert werden. Da hilft es die Szene vorab schon mal visuell gesehen zu haben. Außerdem werden bei einem Storyboard schnell unnötige oder nicht optimale Schnitte sichtbar, die man dann verändern oder einsparen kann.
Die nochmal erweiterte Version des Storyboard, die sich bei großen Produktion immer mehr durchsetzt, nennt sich Animatrics (auch Story Reel genannt). Dieses bewegte Storyboard wird oft bei großen Actionszenen, bei Werbefilmen oder Animationsfilmen eingetzt. Manche fertigen 3D-berechnete Sequenzen an, die nur Schemenhaft die Handlung zeigen, andere filmen mit Video-Kameras Ihre Familienangehörige und schneiden das Material zusammen.
Wichtig ist folgender Gedanke: Ein Storyboard ist ein Hilfmittel, dass dem Regisseur dienen soll. Es gibt keine Regel, wie ein Storyboard auszusehen hat. Wer keinen begabten Zeichner zur Hand hat, der behilft sich eben mit Strichzeichnungen oder anderen Methoden um seine Idee so festzuhalten, dass er sie den anderen Teammitgliedern zeigen kann.
Generell kann man die Auflösung als Modell für einen Film betrachten. Genau so, wie ein Architekt meist für eine Gebäude eine Modell baut, um das werdenen Haus optisch voll wahrnehmen zu können und auch anderen seine Ideen besser zeigen zu können, dient auch die Auflösung einer Szene als Kontrolle und Kommunikationsgrundlage für das Team am Set und später im Schnitt.
Hier sind einige Beispiele für mögliche Arten Storyboards:
Man merkt schnell, es gibt keine festen Regeln wie ein Storyboard zu sein hat. Es soll nur hilfreich sein und möglichst viele Informationen beinhalten, die zur Planung, am Set und im Schnitt benötigt werden.
Einen Generator für Storyboard Vorlagen kann man bei incometech.com finden. Ebenfalls hilfreich für manche Projekte könnte der Service von StoryboardPro sein, mit dem sich ein Storyboard aus Bildern, Photos und Video-Clips erzeugen läßt.