RSS FeedDie Dialoge in einem Film sind zentraler Transport-Kanal der Geschichte. Sicher ist es die gesamte Situation, die eine Handlung erzählt. Aber letztlich werden es trotzdem die Dialoge sein, die die meinsten Informationen an den Zuschauer transporten müssen.
Damit wird schnell klar, dass schon im Drehbuch drauf geachtet werden muss, wie Du einen Dialog schreibst. Natürlich hängt der Stil eines Gespräches von vielen Faktoren ab. Hier die wichtigsten Faktoren, die ein Gespräch in die eine oder andere Richtung beeinflussen:
Wenn Du einen Dialog schreibst, dann versuche so zu schreiben, als ob Du dabei wärest und entweder der Sprecher selber bist, oder zumindest dabei stehst und das Gespräch belauscht. Überlege ob die Worte die Du aufschreibst glaubwürdig und funktional sind in dem Sinne, wie Du es beabsichtigst.
Der etwas durchgeknallte Professor wird in einer Komödie seine neueste Erfindung zum Beispiel völlig anders präsentieren als der finstere Held einer Action-Geschichte Rache für seinen ermordeten Vater schwört. Dabei verändert sich die Anzahl der Sätze, denn der Professor wird vor Euphorie nur so sprudeln. Der Rache-Engel aber wird nur wenig sprechen und viel seiner Gefühlslage im Spiel ausdrücken (Augen, Muskelspannung, etc.).
Ein Gespräch muss glaubwürdig verlaufen. Und das ist die Kunst dabei. Denn Du mußt ein bestimmtest Ziel mit Deiner Geschichte erreichen, aber die Dialoge dürfen nicht gestellt und gewollt wirken. Sondern der Zuschauer sollte den gesamten Charakter in der gezeigten Situation akzeptieren können. Er muss ihm nicht sympatisch oder nachvollziehbar vorkommen, sondern echt.
Finde ein gutes Gleichgewicht zwischen Dialogen und dem Spiel Deiner Darsteller. Nicht jede Information muss dem Zuschauer mit einem Dialog mitgeteilt werden. Und erst recht wenn es um Gefühle geht, bist Du auf die Körpersprache und die Wirkung der Darsteller angewiesen. Du kannst die junge Frau mit Herzschmerz zwar sagen lassen: "Ich bin sooo unglücklich!", wirst Dich jedoch auf eine Antwort Deiner Zuschauer im Sinne von: "Oh, bitte... ist das unglaubwürdig!" einstellen müssen. Viel mehr ist hier eine Nahaufnahme des Gesichts der Frau gefordert, die ihre innere Zerstörung zeigt.