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Der Kameramann

Bilder sind die wichtigste Erzählebene eines Filmes. Da erzähle ich nichts Neues. Daher ist es wichtig eine gute Arbeit an der Kamera zu leisten.

Die Aufgaben des Kameramannes setzen eine Mischung aus künstlerischer und technischer Befähigung voraus. Schließlich muss er mit Hilfe technisch aufwendiger und empfindlicher Geräte möglichst wirkungsvolle Bilder einfangen. Dabei sind eben nicht nur Überlegungen bezüglich des Bildes nötig, dass man machen möchte, sondern eine Vielzahl an Dingen muss beachtet werden, damit die technischen Geräte auch das liefern, was man sich vorgestellt hat.

Es empfielt sich den Kameramann schon bei der Drehplanung ins Geschehen einzubeziehen. Denn die beste Planung kann nutzlos sein, wenn sich am Drehort erst heraus stellt, dass der Platz ungeeignet oder zumindest schwierig ist. Der Regisseur denkt sich manchmal Erzähl-Elemente aus, die in seinem Kopf sehr gut wirken und ganz sicher auch eine beeidruckende Szene abgeben würden. Aber es ist der Kameramann, der alle diese Ideen in ein Bild packen muss. Daher ist es ratsam den Kameramann schon vor Drehbeginn nach seiner Meinung zu fragen. Bereits vor der Ankunft am Drehort sollte der Kameramann eine Vorstellung davon haben, wie die Abbildung der Örtlichkeiten und der geplanten Handlung nachher aussehen könnte.

In Deutschland herrscht die merkwürdige Vorstellung, dass der Regisseur der einzige am Set ist, der was zu sagen hat. In USA ist das anders, da gilt die klare Arbeitsteilung zwischen Führung der Handlung und der Schauspieler (Regisseur, engl. "Director") und der Licht- und Kameraführung (Lichtsetzender Kameramann, engl. "Director of Photography"). Alleine aus der Namensgebung läßt sich schon eine anerkanntere Position für den Kameramann erahnen. Gerade bei Amateur-Produktionen hat es sich aus Mangel an Personal eingeschlichen, dass Regie und Kamera von der gleichen Person geleistet werden. Am besten dient dieser "Super-Mann" dann noch als Cutter, Tontechniker, Aufnahmeleiter und sorgt fürs Catering. Das ist Blödsinn! Es hat einen Sinn, dass es einen Kameramann gibt! Nämlich: Die Aufgaben in diesem Gebiet bedeuten einen Fulltime-Job, wenn man sie richtig machen möchte.

Will der Kameramann seine Arbeit gut machen, dann muss er wissen, wie sein Arbeitsgerät funktioniert. Damit ist nicht nur die Kamera gemeint. Zu seinen Werkzeugen gehören auch sämtliche Lichtquellen, die er braucht um der Kamera überhaupt etwas abbildbar sichtbar zu machen. Die Palette an Lichtquellen reicht von Sonnenlicht über Scheinwerfer aller Art bis zu Kerzenlicht. Er muss die Grenzen des sichtbaren für eine Kamera kennen und wissen, wie er damit umgehen soll. Um die vielen Faktoren, die über ein gelungenes oder hässliches Bild entscheiden, zu beherrschen ist viel Experimentieren und Üben nötig. Es gibt einige Theorie darüber, die wir in der Kategorie Kamera & Licht behandeln. Aber wenn Du als Kameramann erst am Drehort anfängst mit den Faktoren Licht und Kamera "rum zu spielen", dann wirst Du mit unter eine Katastrophe erleben.

Als Kameramann hast Du einige zentrale und wichtige Aufgaben. Damit verbunden ist eine verantwortungsbewußte und gleichzeitig kreative Leistung. Du hast direkten Einfluß auf die Qulität der Bilder - zum positiven, wie zum negativen.